Wer sich für das Augenlasern interessiert, steht schnell vor einer Fülle an Fachbegriffen: Femto-LASIK, TransPRK, SMILE, PRK, LASEK – die Abkürzungen klingen ähnlich, doch hinter jedem Verfahren steckt eine eigenständige Operationstechnik mit spezifischen Vor- und Nachteilen. Für Patienten ist es oft schwer zu beurteilen, welches Verfahren für ihre individuelle Situation das richtige ist.
Dieser Beitrag stellt die drei in Deutschland am häufigsten eingesetzten Laserverfahren zur Korrektur von Fehlsichtigkeit vor: die Femto-LASIK, die TransPRK (auch bekannt als SmartSurfACE oder No-Touch-Laser) und die ReLEx SMILE. Wir erklären, wie jedes Verfahren funktioniert, für wen es geeignet ist, was die Forschung zu Sicherheit und Ergebnissen sagt – und worauf Sie bei der Entscheidung achten sollten.
Eines vorweg: Alle drei Verfahren sind nach aktuellem Forschungsstand sicher und wirksam. Über 95 Prozent der Patienten erreichen nach der Behandlung eine Sehschärfe von 1,0 (100 Prozent) oder besser.[1] Die Unterschiede liegen nicht in der Frage „ob es funktioniert", sondern in der Frage „wie es funktioniert" – und damit in den Voraussetzungen, der Heilungszeit und den Langzeiteigenschaften.
Das Grundprinzip: Wie funktioniert Augenlasern?
Bei allen Laserverfahren wird die Form der Hornhaut verändert, um den Brechungsfehler des Auges zu korrigieren. Die Hornhaut ist die transparente Schicht an der Vorderseite des Auges und für etwa zwei Drittel der gesamten Brechkraft verantwortlich. Durch gezieltes Abtragen oder Entfernen von Hornhautgewebe lässt sich die Krümmung so verändern, dass Lichtstrahlen wieder exakt auf der Netzhaut gebündelt werden – das Ergebnis ist scharfes Sehen ohne Brille oder Kontaktlinsen.
Der entscheidende Unterschied zwischen den Verfahren liegt darin, wie der Zugang zum Hornhautgewebe geschaffen wird: durch einen Flap (Femto-LASIK), durch Abtragen der Oberfläche (TransPRK) oder durch ein kleines Lentikel im Inneren der Hornhaut (SMILE). Jede Methode hat spezifische Konsequenzen für die Heilung, die biomechanische Stabilität der Hornhaut und die postoperativen Beschwerden.
Femto-LASIK: Der bewährte Standard
Die Femto-LASIK ist das weltweit am häufigsten durchgeführte Laserverfahren und gilt als Goldstandard der refraktiven Chirurgie. Der Eingriff erfolgt in zwei Schritten: Zunächst erzeugt ein Femtosekundenlaser einen hauchdünnen Hornhautdeckel (Flap) von etwa 100 Mikrometern Dicke. Dieser Flap wird zur Seite geklappt, anschließend modelliert ein Excimerlaser das darunterliegende Hornhautgewebe entsprechend der berechneten Korrektur. Zum Schluss wird der Flap zurückgelegt, wo er sich innerhalb weniger Minuten von selbst wieder anlegt.
Der größte Vorteil der Femto-LASIK ist die schnelle visuelle Rehabilitation: Die meisten Patienten sehen bereits am Tag nach dem Eingriff deutlich scharf und können innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ihren normalen Tätigkeiten nachgehen. Die postoperativen Beschwerden sind in der Regel gering – ein leichtes Fremdkörpergefühl und tränende Augen klingen meist innerhalb weniger Stunden ab.
Die Femto-LASIK eignet sich für die Korrektur von Kurzsichtigkeit bis etwa -8 Dioptrien, Weitsichtigkeit bis +3 Dioptrien und Hornhautverkrümmung bis -5 Dioptrien. Voraussetzung ist eine ausreichende Hornhautdicke, da sowohl der Flap als auch die Laserkorrektur Gewebe verbrauchen. Die Kommission Refraktive Chirurgie (KRC) empfiehlt eine verbleibende Reststromadicke von mindestens 250 Mikrometern unter dem Flap.[6]
TransPRK (SmartSurfACE): Der sanfte Oberflächenlaser
Die TransPRK (transepitheliale photorefraktive Keratektomie) ist eine Weiterentwicklung der klassischen PRK und wird auch als SmartSurfACE oder No-Touch-Laser bezeichnet. Im Gegensatz zur Femto-LASIK wird kein Flap erzeugt. Stattdessen trägt der Excimerlaser in einem einzigen, berührungsfreien Arbeitsschritt zunächst die oberste Zellschicht der Hornhaut (das Epithel) und anschließend das darunterliegende Gewebe ab. Es gibt keinen mechanischen Kontakt mit dem Auge – daher der Name „No-Touch".
Der größte Vorteil der TransPRK liegt in der biomechanischen Stabilität: Da kein Flap geschnitten wird, bleibt die strukturelle Integrität der Hornhaut besser erhalten. Studien zeigen, dass die TransPRK die stärkste biomechanische Stabilität aller drei Verfahren aufweist.[1] Zudem kehrt die Hornhautsensitivität nach einer TransPRK am schnellsten zurück, was das Risiko für langfristig trockene Augen reduziert.
Die TransPRK eignet sich besonders für Patienten mit dünner Hornhaut, die für eine Femto-LASIK nicht ausreichend Gewebereserve haben. Da kein Flap erzeugt wird, steht mehr Hornhautgewebe für die eigentliche Korrektur zur Verfügung. Auch für Patienten mit erhöhtem Verletzungsrisiko oder Kontaktsportler ist die TransPRK eine gute Wahl, da es keinen Flap gibt, der sich verschieben könnte.
ReLEx SMILE: Die minimalinvasive Alternative
ReLEx SMILE (Small Incision Lenticule Extraction) ist das jüngste der drei Verfahren und wurde 2011 eingeführt. Das Prinzip unterscheidet sich grundlegend von den beiden anderen Methoden: Anstatt Hornhautgewebe mit einem Excimerlaser abzutragen, schneidet ein Femtosekundenlaser ein linsenförmiges Gewebestück (Lentikel) im Inneren der Hornhaut zurecht. Dieses Lentikel wird anschließend durch einen kleinen Schnitt von nur 2 bis 4 Millimetern Länge entfernt. Die Hornhautoberfläche bleibt dabei weitgehend intakt.
Der minimalinvasive Zugang ist der zentrale Vorteil von SMILE: Da nur ein kleiner Schnitt statt eines großflächigen Flaps (Femto-LASIK) oder einer vollständigen Epithelabtragung (TransPRK) erfolgt, werden deutlich weniger Hornhautnerven durchtrennt. Meta-Analysen zeigen, dass SMILE im Vergleich zur Femto-LASIK signifikant weniger trockene Augen verursacht.[4] [5] Die biomechanische Stabilität der Hornhaut liegt zwischen der TransPRK (am stabilsten) und der Femto-LASIK.[1]
Die visuelle Rehabilitation nach SMILE ist schneller als nach TransPRK, aber etwas langsamer als nach Femto-LASIK. Die meisten Patienten erreichen innerhalb der ersten Woche eine gute Sehschärfe, die endgültige Stabilisierung kann jedoch einige Wochen dauern. Langzeitstudien zeigen, dass die Ergebnisse nach drei bis sechs Monaten mit denen der Femto-LASIK vergleichbar sind.[2] [7]
SMILE eignet sich aktuell für die Korrektur von Kurzsichtigkeit bis -10 Dioptrien und Hornhautverkrümmung bis -5 Dioptrien. Weitsichtigkeit kann mit SMILE derzeit nicht korrigiert werden – hier bleiben Femto-LASIK und TransPRK die einzigen Laseroptionen. Eine weitere Einschränkung: SMILE verfügt derzeit nicht über ein aktives Eyetracking-System und keine Zyklotorsionskompensation, was bei höheren Hornhautverkrümmungen oder irregulären Hornhautoberflächen die Präzision einschränken kann.[1]
Die drei Verfahren im direkten Vergleich
Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen. Beachten Sie, dass die Angaben Durchschnittswerte darstellen – individuelle Ergebnisse können abweichen.
| Kriterium | Femto-LASIK | TransPRK | ReLEx SMILE |
|---|---|---|---|
| Zugang | Flap (ca. 20 mm Schnitt) | Kein Schnitt (berührungsfrei) | Kleiner Schnitt (2–4 mm) |
| Kurzsichtigkeit | bis -8 dpt | bis -8 dpt | bis -10 dpt |
| Weitsichtigkeit | bis +3 dpt | bis +3 dpt | nicht möglich |
| Hornhautverkrümmung | bis -5 dpt | bis -5 dpt | bis -5 dpt |
| Sehschärfe nach 1 Tag | sehr gut | eingeschränkt | gut |
| Volle Stabilisierung | 1–2 Wochen | 4–12 Wochen | 2–4 Wochen |
| Biomech. Stabilität | am geringsten | am höchsten | mittel |
| Dünne Hornhaut | eingeschränkt | gut geeignet | bedingt geeignet |
| Nachkorrektur | einfach (Flap anheben) | möglich (erneute PRK) | eingeschränkt |
Die Tabelle zeigt: Kein Verfahren ist in allen Kategorien überlegen. Die Femto-LASIK punktet bei der schnellen Erholung, die TransPRK bei der Hornhautstabilität und der Eignung für dünne Hornhäute, und SMILE beim minimalinvasiven Zugang. Die Wahl hängt von Ihren individuellen Voraussetzungen und Prioritäten ab.
Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
Unabhängig vom gewählten Verfahren gibt es grundlegende Voraussetzungen, die für jede Laserbehandlung gelten. Diese werden im Rahmen einer umfassenden Voruntersuchung geprüft:
Mindestalter: In der Regel 18 Jahre, wobei die meisten Operateure ein Alter von mindestens 20 bis 22 Jahren empfehlen, da sich die Fehlsichtigkeit bis dahin noch verändern kann.
Stabile Sehstärke: Die Brillenwerte sollten sich in den letzten ein bis zwei Jahren nicht wesentlich verändert haben (maximal 0,5 Dioptrien Schwankung).
Ausreichende Hornhautdicke: Die Hornhaut muss dick genug sein, um nach dem Eingriff eine ausreichende Reststromadicke zu gewährleisten. Dies ist der wichtigste Sicherheitsfaktor zur Vermeidung einer Hornhautvorwölbung (Keratektasie).[8]
Gesunde Hornhaut: Erkrankungen wie Keratokonus (eine krankhafte Vorwölbung der Hornhaut) schließen eine Laserbehandlung in der Regel aus. Mehr dazu auf unserer Seite Hornhauterkrankungen.
Keine Schwangerschaft oder Stillzeit: Hormonelle Veränderungen können die Brechkraft des Auges vorübergehend beeinflussen. Eine Laserbehandlung sollte frühestens drei Monate nach dem Abstillen erfolgen.
Wie sicher ist Augenlasern?
Die refraktive Laserchirurgie gehört zu den am besten untersuchten Eingriffen der gesamten Medizin. Seit der Einführung der LASIK in den 1990er Jahren wurden weltweit über 40 Millionen Eingriffe durchgeführt. Die Komplikationsrate liegt bei allen drei Verfahren unter einem Prozent für schwerwiegende Komplikationen.
Eine umfassende Vergleichsstudie aus dem Jahr 2022 kommt zu dem Ergebnis, dass alle drei Verfahren – Femto-LASIK, TransPRK und SMILE – eine vergleichbare Sicherheit, Wirksamkeit und Vorhersagbarkeit aufweisen.[1] Die Unterschiede liegen primär in den sekundären Eigenschaften wie Heilungsverlauf, trockene Augen und biomechanische Stabilität.
Entscheidend für die Sicherheit ist weniger die Wahl des Verfahrens als vielmehr die sorgfältige Patientenselektion: Wer die Voraussetzungen erfüllt und von einem erfahrenen Operateur behandelt wird, hat bei allen drei Verfahren eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit für ein ausgezeichnetes Ergebnis. Die Voruntersuchung ist daher der wichtigste Schritt im gesamten Prozess. Im MVZ Perfektes Sehen nehmen wir uns dafür ausreichend Zeit – erfahren Sie mehr auf unserer Seite Augenlasern.
Was kostet Augenlasern?
Augenlasern ist in Deutschland eine Selbstzahlerleistung – die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten in der Regel nicht. Private Krankenversicherungen erstatten je nach Tarif einen Teil oder die gesamten Kosten. Wir empfehlen, vor der Behandlung eine schriftliche Kostenübernahmeerklärung bei Ihrer Versicherung einzuholen.
Die Kosten variieren je nach Verfahren und Praxis. Im MVZ Perfektes Sehen beraten wir Sie transparent über die zu erwartenden Kosten. Eine detaillierte Übersicht finden Sie auf unserer Seite Augenlasern – Kosten und Verfahren. Wichtig: Achten Sie bei Preisvergleichen darauf, ob Vor- und Nachuntersuchungen im Preis enthalten sind – günstige Angebote entpuppen sich manchmal als teurer, wenn diese Leistungen separat berechnet werden.
Fazit: Das richtige Verfahren gibt es nur individuell
Femto-LASIK, TransPRK und ReLEx SMILE sind drei hervorragende Verfahren mit jeweils eigenen Stärken. Die Femto-LASIK bietet die schnellste Erholung und die längste Erfahrungsbasis. Die TransPRK ist das Verfahren der Wahl bei dünner Hornhaut und für Patienten, die maximale biomechanische Stabilität wünschen. SMILE überzeugt durch den minimalinvasiven Zugang und das geringste Risiko für trockene Augen.
Welches Verfahren für Sie das richtige ist, lässt sich nicht pauschal beantworten. Es hängt von Ihrer Fehlsichtigkeit, der Beschaffenheit Ihrer Hornhaut, Ihrem Beruf, Ihren Hobbys und Ihren persönlichen Prioritäten ab. Die Voruntersuchung liefert die Daten, die für eine fundierte Empfehlung nötig sind – und manchmal zeigt sie auch, dass ein bestimmtes Verfahren ausscheidet und die Entscheidung dadurch einfacher wird.
Im MVZ Perfektes Sehen bieten wir alle drei Verfahren an und beraten Sie ergebnisoffen. Unser Ziel ist nicht, ein bestimmtes Verfahren zu verkaufen, sondern gemeinsam mit Ihnen die Lösung zu finden, die zu Ihrem Leben passt. Lesen Sie auch unseren Beitrag zur Behandlung der Alterssichtigkeit, wenn Sie über 45 Jahre alt sind und neben der Fehlsichtigkeit auch die Nahsicht nachlässt.
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Quellenverzeichnis
- [1] Chang DH et al. Comparison of clinical outcomes of LASIK, Trans-PRK, and SMILE for correction of myopia. J Chin Med Assoc. 2022;85(2):145–151. Quelle →
- [2] Breyer DRH et al. Vergleich von ReLEx SMILE und Femto-LASIK: Langzeitergebnisse. Klinische Monatsblätter für Augenheilkunde. 2019;236(10):1188–1197. Quelle →
- [3] De Ortueta D, Von Rüden D. Consecutive TransPRK treatments: Outcomes of 939 eyes. Der Ophthalmologe. 2019;116(Suppl 1):S60–S67. Quelle →
- [4] Cai WT et al. Dry eye after small incision lenticule extraction and femtosecond laser-assisted in situ keratomileusis: Meta-analysis. J Refract Surg. 2017;33(3):166–173. Quelle →
- [5] Shen Z et al. SMILE vs. femtosecond laser-assisted LASIK for myopia: A comparative meta-analysis. Cornea. 2016;35(2):210–218. Quelle →
- [6] Kommission Refraktive Chirurgie (KRC): Bewertung und Qualitätssicherung refraktiv-chirurgischer Eingriffe durch die DOG und den BVA. 2024. Quelle →
- [7] Frontiers in Medicine (2024): Comparison of objective visual quality between SMILE and FS-LASIK for moderate-to-high myopia correction. Quelle →
- [8] Randleman JB et al. Risk assessment for ectasia after corneal refractive surgery. Ophthalmology. 2008;115(1):37–50. Quelle →
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Die Eignung für ein bestimmtes Laserverfahren kann nur im Rahmen einer augenärztlichen Voruntersuchung beurteilt werden. Stand: März 2026.

