Ab Mitte 40 bemerken die meisten Menschen, dass die Nahsicht nachlässt. Die Buchstaben auf dem Smartphone werden unscharf, das Kleingedruckte auf Verpackungen lässt sich nur noch mit ausgestrecktem Arm entziffern. Alterssichtigkeit, medizinisch Presbyopie genannt, ist keine Erkrankung im eigentlichen Sinne, sondern ein natürlicher Prozess: Die körpereigene Linse verliert mit den Jahren an Elastizität und kann nicht mehr zwischen Nah- und Fernsicht umschalten.
Für viele Betroffene stellt sich dann die Frage, ob es neben Lese- oder Gleitsichtbrille auch andere Möglichkeiten gibt. Eine davon ist die PresbyLASIK, ein Laserverfahren, das gezielt auf die Korrektur der Alterssichtigkeit ausgerichtet ist. In einer aktuellen Fachpublikation hat Dr. Georg Gerten, ärztlicher Leiter des MVZ Perfektes-Sehen, seine Erfahrungen aus über 50.000 Augenoperationen zusammengefasst und wissenschaftlich aufbereitet.
Was ist PresbyLASIK und wie funktioniert das Verfahren?
Bei der PresbyLASIK wird die Hornhaut mit einem Excimer-Laser so modelliert, dass eine erweiterte Tiefenschärfe entsteht. Das Prinzip basiert auf einer kontrollierten Monovision: Ein Auge wird für die Ferne optimiert, das andere erhält eine leichte Nahkorrektur. Anders als bei der klassischen Monovision fällt der Unterschied zwischen beiden Augen bei der PresbyLASIK deutlich geringer aus. Das Gehirn verschmilzt die beiden leicht unterschiedlichen Bilder zu einem Gesamteindruck, der sowohl in der Ferne als auch in der Nähe ein scharfes Sehen ermöglicht.
Der Eingriff selbst dauert wenige Minuten pro Auge und wird ambulant durchgeführt. Die Erholung verläuft in der Regel zügig, sodass viele Patienten bereits am Folgetag wieder ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen können. Ob das Verfahren im Einzelfall geeignet ist, hängt allerdings von verschiedenen Faktoren ab, darunter die Hornhautdicke, die Pupillengröße und der aktuelle Brechungsfehler.
Für wen eignet sich die PresbyLASIK?
Nicht jeder Patient mit Alterssichtigkeit ist automatisch ein geeigneter Kandidat für eine PresbyLASIK. Genau hier setzt die Fachpublikation von Dr. Gerten an: Sie beschreibt detailliert, welche Kriterien bei der Patientenselektion entscheidend sind. Grundsätzlich eignet sich das Verfahren vor allem für Patienten zwischen 45 und 60 Jahren, deren Augen bestimmte anatomische Voraussetzungen erfüllen. Die Hornhaut muss ausreichend dick sein, und es darf kein beginnender Grauer Star vorliegen.
Ebenso wichtig ist die Erwartungshaltung. Die PresbyLASIK kann in vielen Fällen eine weitgehende Brillenunabhängigkeit im Alltag ermöglichen. Für Tätigkeiten, die ein besonders scharfes Nahsehen erfordern (etwa stundenlanges Lesen sehr kleiner Schrift), kann unter Umständen weiterhin eine leichte Lesebrille hilfreich sein. Eine ehrliche Aufklärung über die realistisch erreichbaren Ergebnisse ist daher fester Bestandteil der Voruntersuchung.
Für Patienten jenseits der 60, bei denen sich bereits eine Linsentrübung abzeichnet, kann ein refraktiver Linsenaustausch (RLE) die sinnvollere Alternative sein. Bei diesem Verfahren wird die körpereigene Linse durch eine Kunstlinse ersetzt, was gleichzeitig einen späteren Grauen Star verhindert. Die Entscheidung zwischen PresbyLASIK und Linsenaustausch ist individuell und sollte immer gemeinsam mit dem behandelnden Augenarzt getroffen werden.
Die Fachpublikation: Wissenschaftliche Grundlage aus der Praxis
Unter dem Titel „Wann PresbyLASIK, wann RLE, wann Finger davon lassen?" hat Dr. Georg Gerten seine klinischen Erfahrungen und Entscheidungskriterien in der Fachzeitschrift OPHTHALMO-CHIRURGIE veröffentlicht (Ausgabe 3/2026, Kaden Verlag). Der Beitrag richtet sich an Fachkollegen und behandelt die optischen Prinzipien der kontrollierten Monovision, die klinischen Parameter für die Patientenselektion sowie die Langzeitergebnisse aus der täglichen Praxis.
Besonderes Augenmerk liegt auf der Frage, wann von einem Eingriff abgeraten werden sollte. Denn nicht jeder Wunsch nach Brillenfreiheit lässt sich operativ erfüllen. Die Publikation zeigt auf, bei welchen Konstellationen das Risiko den Nutzen überwiegt und eine konservative Versorgung mit Brille oder Kontaktlinsen die bessere Empfehlung darstellt.
Über die Fachzeitschrift OPHTHALMO-CHIRURGIE
Die OPHTHALMO-CHIRURGIE ist die einzige deutschsprachige Fachzeitschrift, die sich exklusiv an operierende Augenärzte richtet. Sie erscheint seit 1989 im Dr. Reinhard Kaden Verlag (Heidelberg) und wird sechsmal jährlich publiziert. Inhaltlich bietet sie praxisorientierte Fortbildungsbeiträge, Umfragen unter erfahrenen Operateuren und Referate aus der internationalen Literatur. Die Veröffentlichung in dieser Zeitschrift unterstreicht die wissenschaftliche Expertise von Dr. Gerten auf dem Gebiet der refraktiven Chirurgie.
Warum die Patientenselektion so wichtig ist
Die Zufriedenheit nach einer PresbyLASIK hängt weniger vom technischen Ablauf des Eingriffs ab als von der Frage, ob der richtige Patient für das richtige Verfahren ausgewählt wurde. In der Augenheilkunde spricht man von Patientenselektion. Gemeint ist damit die sorgfältige Prüfung, ob die individuellen Voraussetzungen eines Patienten zu einem bestimmten Verfahren passen.
Zu den wichtigsten Kriterien gehören die aktuelle Sehstärke, die Hornhautbeschaffenheit, das Alter und die persönlichen Sehanforderungen im Alltag. Ein Pilot hat andere Ansprüche an sein Sehen als ein Büroangestellter, ein Handwerker andere als ein Musiker. All diese Faktoren fließen in die Empfehlung ein, ob eine PresbyLASIK, ein Linsenaustausch oder eine konservative Lösung am besten geeignet ist.
Dr. Gerten betont in seiner Publikation, dass die Bereitschaft, in bestimmten Fällen von einem Eingriff abzuraten, ein Qualitätsmerkmal seriöser refraktiver Chirurgie ist. Die Erfahrung aus über 50.000 durchgeführten Augenoperationen zeigt, dass eine strenge Indikationsstellung langfristig zu höherer Patientenzufriedenheit führt als ein unkritisches Operieren.
Was bedeutet das für Patienten mit Alterssichtigkeit?
Wer über eine operative Korrektur seiner Alterssichtigkeit nachdenkt, sollte sich an ein Zentrum wenden, das über umfangreiche Erfahrung mit verschiedenen Verfahren verfügt. Denn nur wer sowohl die PresbyLASIK als auch den refraktiven Linsenaustausch beherrscht, kann im Einzelfall die beste Empfehlung aussprechen. Ein Zentrum, das ausschließlich lasert, wird tendenziell zum Laser raten. Ein Zentrum, das nur Linsen implantiert, wird eher zum Linsenaustausch raten.
Im MVZ Perfektes-Sehen werden beide Verfahren seit vielen Jahren routinemäßig durchgeführt. Die Voruntersuchung umfasst eine ausführliche Diagnostik, bei der alle relevanten Parameter erhoben werden. Auf Basis dieser Daten wird gemeinsam mit dem Patienten besprochen, welche Option am besten zu den individuellen Gegebenheiten und Wünschen passt.
Wenn Sie wissen möchten, ob eine PresbyLASIK für Sie in Frage kommt, vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin. Die Eignungsuntersuchung gibt Ihnen Klarheit darüber, welches Verfahren für Ihre Augen geeignet ist und welche Ergebnisse realistisch erreichbar sind.
Fachartikel lesen
Den vollständigen Fachartikel „Wann PresbyLASIK, wann RLE, wann Finger davon lassen?" von Dr. Georg Gerten können Sie auf unserer Publikationsseite einsehen.
Weiterführende Informationen
Auf unserer Website finden Sie weitere Informationen zu den verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Alterssichtigkeit:

