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Grauer Star OP: Kosten, Krankenkasse und Premiumlinsen

Was die gesetzliche Krankenkasse zahlt, was Multifokal- und EDOF-Linsen kosten und worauf Patienten bei der Entscheidung achten sollten, transparent erklärt.

1. September 2026 8 Min. Lesezeit MVZ Perfektes-Sehen
Beratungsgespräch zur Grauer-Star-Operation: Augenarzt erklärt einer Patientin die Linsenauswahl

Die Operation des Grauen Stars ist der häufigste chirurgische Eingriff in Deutschland. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für die Standardversorgung. Wer sich für eine Premiumlinse entscheidet, um nach dem Eingriff weniger auf eine Brille angewiesen zu sein, trägt die Mehrkosten selbst. Dieser Artikel erklärt transparent, welche Leistungen die Kasse zahlt, was Multifokallinsen und andere Premiumlinsen kosten, wie sich die Linsentypen unterscheiden und worauf Patienten bei der Entscheidung achten sollten.

Was die gesetzliche Krankenkasse übernimmt

Die Katarakt-Operation ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Die Kasse übernimmt die vollständige augenärztliche Basisuntersuchung, die Vermessung der Augen zur Berechnung der Linsenstärke, den operativen Eingriff selbst sowie die Nachsorge mit Kontrolluntersuchungen. Eingesetzt wird dabei eine monofokale Standardlinse, die das scharfe Sehen in einer Entfernung wiederherstellt.[1] [2]

In der Praxis bedeutet das, dass die meisten Patienten sich für scharfes Sehen in der Ferne entscheiden. Für das Lesen und die Arbeit am Bildschirm ist dann weiterhin eine Brille erforderlich. An der medizinischen Qualität der Standardversorgung gibt es nichts auszusetzen. Die Monofokallinse ist seit Jahrzehnten bewährt und liefert eine exzellente Fernsicht ohne optische Störeffekte wie Halos oder Blendung bei Nacht.[2]

Für Patienten ohne Zuzahlung umfasst die Kassenleistung im Einzelnen die Voruntersuchung mit Spaltlampenmikroskopie, die Ultraschall-Biometrie zur Linsenberechnung, die ambulante Operation unter örtlicher Betäubung (Phakoemulsifikation), das Einsetzen einer monofokalen Kunstlinse sowie die Kontrolluntersuchungen am Folgetag, nach einer Woche und nach einem Monat.[1]

Wann entstehen Zusatzkosten?

Zusatzkosten entstehen, wenn Patienten über die Standardversorgung hinausgehende Leistungen wünschen. Das betrifft vor allem die Wahl einer Premiumlinse. Multifokallinsen, EDOF-Linsen, torische Linsen und Blaufilterlinsen sind teurer als die Standardlinse. Die Differenz zwischen dem Kassenanteil und den tatsächlichen Kosten der Premiumlinse trägt der Patient selbst.[1] [2]

Auch der Einsatz eines Femtosekundenlasers anstelle des herkömmlichen Ultraschallverfahrens ist eine Zusatzleistung, die nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wird. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) stellte 2024 in einem HTA-Bericht fest, dass die Laser-Operation keine nachgewiesenen gesundheitlichen Vorteile gegenüber dem Standardverfahren bietet.[2]

Die Verbraucherzentrale rät Patienten, vor einer Entscheidung die Kostenübernahme mit der eigenen Krankenkasse zu klären und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Zusatzleistungen sind freiwillig. Augenärzte sind verpflichtet, Patienten über den gesetzlichen Versorgungsanspruch zu informieren.[1]

Welche Linsentypen gibt es und was kosten sie?

Die Wahl der Kunstlinse ist die wichtigste Entscheidung bei der Katarakt-Operation. Sie bestimmt, in welchen Entfernungen Patienten nach dem Eingriff scharf sehen und wie abhängig sie von einer Brille bleiben.

Monofokallinse (Standardlinse). Diese Linse stellt das scharfe Sehen in einer Entfernung wieder her, in der Regel in der Ferne. Für Nähe und mittlere Distanzen ist weiterhin eine Brille erforderlich. Die Kosten werden vollständig von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Es fällt keine Zuzahlung an.[2]

EDOF-Linse (Extended Depth of Focus). Diese Linse erweitert den Schärfentiefenbereich von der Ferne bis in die mittlere Distanz (etwa 60 bis 80 cm). Autofahren und Bildschirmarbeit sind damit in der Regel ohne Brille möglich. Für feines Lesen in der Nähe kann weiterhin eine Lesebrille nötig sein. Im MVZ Perfektes-Sehen Dr. Gerten & Kollegen liegt die Zuzahlung für eine EDOF-Linse bei ab 1.800 € pro Auge.

Multifokallinse. Diese Linse ermöglicht scharfes Sehen in mehreren Entfernungen und bietet damit die größte Brillenunabhängigkeit im Alltag. Viele Patienten kommen nach dem Eingriff ohne Brille aus. Zu beachten ist, dass Multifokallinsen das Kontrastsehen geringfügig reduzieren und in der Eingewöhnungsphase Halos um Lichtquellen auftreten können. Im MVZ Perfektes-Sehen Dr. Gerten & Kollegen liegt die Zuzahlung für eine Multifokallinse bei ab 2.000 € pro Auge.

Torische Linse. Diese Linse korrigiert zusätzlich eine bestehende Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Sie ist als monofokale, als EDOF- und als multifokale Variante erhältlich. Ohne torische Korrektur bleibt die Hornhautverkrümmung nach der Operation bestehen und muss weiterhin mit einer Brille ausgeglichen werden.[3]

Welche Linse für den einzelnen Patienten geeignet ist, hängt von der Sehstärke, dem Zustand der Augen und den persönlichen Anforderungen im Alltag ab. Die Entscheidung wird gemeinsam mit dem Augenarzt nach einer gründlichen Voruntersuchung getroffen. Einen ausführlichen Vergleich der Linsentypen finden Sie in unserem Beitrag „Grauer Star: Welche Linse passt zu mir?“.

Was Privatversicherte wissen sollten

Private Krankenversicherungen erstatten die Kosten einer Katarakt-Operation je nach Tarif teilweise oder vollständig. Viele Tarife übernehmen auch die Kosten für Premiumlinsen und den Femtosekundenlaser. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ).[4]

Privatversicherte sollten vor dem Eingriff eine schriftliche Kostenzusage ihres Versicherers einholen. Auf Wunsch stellt das MVZ Perfektes-Sehen Dr. Gerten & Kollegen dafür einen detaillierten Kostenvoranschlag aus. So lässt sich vorab klären, welche Leistungen der Tarif abdeckt und ob ein Eigenanteil verbleibt.

Lohnt sich eine Premiumlinse?

Die Frage, ob sich eine Premiumlinse lohnt, ist keine medizinische, sondern eine persönliche Entscheidung. Medizinisch ist die Standardversorgung mit einer Monofokallinse ausreichend. Sie stellt die Sehschärfe zuverlässig wieder her und ist seit Jahrzehnten bewährt.[2]

Die Premiumlinse bietet einen Zusatznutzen, der über die medizinische Grundversorgung hinausgeht. Wer im Alltag möglichst wenig auf eine Brille angewiesen sein möchte, profitiert von einer Multifokal- oder EDOF-Linse. Das gilt besonders für Menschen, die beruflich oder in der Freizeit viel zwischen verschiedenen Entfernungen wechseln.

Gleichzeitig gibt es Situationen, in denen eine Premiumlinse nicht empfohlen wird. Bei bestimmten Augenerkrankungen wie einer fortgeschrittenen Makuladegeneration oder einem Glaukom kann eine Multifokallinse das Sehen verschlechtern statt verbessern. Auch Patienten, die beruflich auf ein besonders hohes Kontrastsehen angewiesen sind (etwa Berufskraftfahrer bei Nachtfahrten), sollten die Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen.[2]

Eine ehrliche Beratung, die auch die Grenzen der jeweiligen Linse benennt, ist deshalb wichtiger als der Preis. Im MVZ Perfektes-Sehen Dr. Gerten & Kollegen wird jeder Patient individuell beraten. Ziel ist nicht die teuerste Linse, sondern die passende.

Kann man die Kosten von der Steuer absetzen?

Die Zuzahlung für eine Premiumlinse kann unter Umständen als außergewöhnliche Belastung in der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden (§ 33 EStG). Ob und in welcher Höhe sich das steuerlich auswirkt, hängt von der individuellen zumutbaren Belastungsgrenze ab.[5] Verbindliche Auskunft gibt der Steuerberater.

Tipps für Patienten vor der Entscheidung

Kassenleistung kennen. Informieren Sie sich vor dem Beratungsgespräch, welche Leistungen Ihre Krankenkasse übernimmt. Die Verbraucherzentrale bietet dazu unabhängige Informationen.[1]

Kostenvoranschlag einholen. Lassen Sie sich einen schriftlichen Kostenvoranschlag für alle Zusatzleistungen geben. So wissen Sie vor dem Eingriff, welche Kosten auf Sie zukommen.

Zweite Meinung einholen. Wenn Ihnen ausschließlich kostenpflichtige Zusatzleistungen angeboten werden, kann eine zweite ärztliche Meinung sinnvoll sein. Die Verbraucherzentrale empfiehlt diesen Schritt ausdrücklich.[1]

Nicht unter Druck setzen lassen. Die Katarakt-Operation ist kein Notfall. Die Entscheidung für oder gegen eine Premiumlinse kann in Ruhe getroffen werden.

Alltagsbedürfnisse ehrlich einschätzen. Überlegen Sie, in welchen Situationen Sie auf eine Brille verzichten möchten. Nicht jeder Patient profitiert gleichermaßen von einer Multifokallinse.

Beratung zur Linsenauswahl vereinbaren

Welche Linse zu Ihren Augen und Ihrem Alltag passt, klärt die Voruntersuchung im MVZ Perfektes-Sehen Dr. Gerten & Kollegen. Sie finden uns in der Kölner Innenstadt (Habsburgerring 3), in Köln-Kalk und in Leverkusen. Telefonisch erreichen Sie uns unter 0221/235262.

Häufige Fragen

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die vollständigen Kosten der Katarakt-Operation mit einer monofokalen Standardlinse. Dazu gehören Voruntersuchung, Eingriff und Nachsorge. Für den Patienten fällt keine Zuzahlung an.

Die Zuzahlung für eine Multifokallinse variiert je nach Anbieter. Im MVZ Perfektes-Sehen Dr. Gerten & Kollegen liegt sie bei ab 2.000 € pro Auge. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt den Anteil der Standardlinse. Die Differenz trägt der Patient selbst.

Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die Kosten für eine monofokale Standardlinse. Multifokallinsen gelten als Zusatzleistung. Die Mehrkosten gegenüber der Standardlinse sind vom Patienten selbst zu tragen. Private Krankenversicherungen erstatten die Kosten je nach Tarif teilweise oder vollständig.

Eine Monofokallinse stellt das scharfe Sehen in einer Entfernung wieder her, meist in der Ferne. Für Nähe und mittlere Distanzen ist weiterhin eine Brille nötig. Eine Multifokallinse ermöglicht scharfes Sehen in mehreren Entfernungen und kann die Brillenabhängigkeit deutlich reduzieren.

Die Kosten einer Katarakt-Operation und die Zuzahlung für Premiumlinsen können als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend gemacht werden. Ob sich das steuerlich auswirkt, hängt von der individuellen Belastungsgrenze ab. Verbindliche Auskunft gibt der Steuerberater.

Die meisten Alltagstätigkeiten sind nach wenigen Tagen wieder möglich. Die endgültige Sehschärfe stellt sich oft erst nach einigen Wochen ein. Autofahren ist erlaubt, sobald der Augenarzt die ausreichende Sehleistung bestätigt hat.

Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle ärztliche Beratung. Die genannten Preise verstehen sich als Richtwerte und können sich ändern. Welche Linse für Sie geeignet ist, kann nur im Rahmen einer augenärztlichen Voruntersuchung beurteilt werden. Stand: September 2026.

Quellen

  1. [1]Verbraucherzentrale. „Grauer Star: Kostentransparenz vor der OP.“ Stand: 28. April 2026.
  2. [2]Gesundheitsinformation.de (IQWiG). „Operation des Grauen Stars.“ Stand: Januar 2026.
  3. [3]Gerten G. „Grauer Star und Hornhautverkrümmung: Moderne Linsen für klares Sehen.“ Keynote-Lecture, DOC 2026, Nürnberg. Juni 2026.
  4. [4]Bundesärztekammer. „GOÄ-Ratgeber: Operation des grauen Stars.“
  5. [5]Steuerrat24. „Kosten für eine Augen-Laser-Operation absetzbar.“
Dr. med. Georg Gerten

Dieser Beitrag entstand im MVZ Perfektes-Sehen unter der ärztlichen Leitung von Dr. med. Georg Gerten, FOCUS Top-Mediziner seit 2012. Zum Ärzteprofil

Zuletzt fachlich geprüft: August 2026